Die erste Ortsführung 2017
2017 veranstaltete das Ammerseer Bauerntheater Herrsching seine erste historische Ortsführung. Die Idee entstand aus der Überlegung, Herrschinger Geschichte mit den schauspielerischen Möglichkeiten des Vereins zu verbinden. Daraus entwickelte sich eine Ortsführung mit historischen Persönlichkeiten, Geschichten und Begebenheiten aus der Vergangenheit Herrschings.
Den Anfang der Führung machte der Nandlinger Kare (Alex Tropschug), ein Herrschinger Urgestein: „Ihr werd fui Namen hörn fo Lait, die die Herrschinger Geschichte geprägt ham, vorallem im 19. und 20. Jahrhundert. Und wenns Ihr guad aufpasst, dann wisst’s Ihr heit auf d’Nacht, warum de Strass‘ so hoasst wie’S hoasst in dera Ihr wohnts! Oiso …. guad aufpassn!“
Dann kam die Kutta Miedl (Hanni Göppel und Simone Saalmann) mit ins Spiel: „Oiso i bin die Maria, aber die Leit nenna mi Kutta Miedl. Habt’s scho ghert vo mir. Ned? Na ja, is ja a scho a wengerl her, als ich geboren wurde. Des war so ummara 1655. Koan Mantel und koa Bett hab i ghabt und aa koa Haus. Naa, im Kiental da hintre hab i in a kargen und koidn Höhle gehaust. Aber immerhin bin i 80 Jahre alt gwordn. Des war für damalige Verhältnisse scho uralt.“
Und jetz verzoi i eich de Gschicht vom Schäuferlmo…. (Manfred Huber / Stefan Weber): „Den hots wirklich gebn, sogn de oidn…. Der hot sei Unwesen am Schwoibruckerl driebn aufn Weg vo Andechs in des ehemalige Dorf Ramsee. Der hods auf de Ramseer Bauern obgsehng, wenn de wida recht spat und rauschig hoamgannga san. Wenns an da Bruckn warn, is auf omoi der Wind ganz stark aufkemma, a Gwitter mit Blitz und Donner, ganz greislig, und dann hod er zuagschlong der Schäuferlmodoch gstorbn….. Drum bassts auf, wenn ihr amoi vo Andechs owigehts, dass eich da Schäuferlmo net aa hoit am Schwellbrückerl, dass eich net so geht wia de Ramseer Bauern.“
Da Stumbaum Toni (Robert Brack) erzählte anschließend vom ehemaligen Café Flora, von der Fischergasse, die ihren Namen von den ersten Herrschinger Fischern erhalten hat, sowie vom Bahnhof und vom Bahnhofhotel. Dieses wurde 1905 von Leonhard Bader mitsamt dem Saal erbaut und von ihm bis zu seinem Tod betrieben. 1932 kaufte das Kloster Andechs das Hotel – seitdem ist es der Andechser Hof. Seit den 1920er-Jahren wird in Herrsching Theater gespielt, immer wieder im Andechser Hof, der bis heute die Heimat des Ammerseer Bauerntheaters ist.
Natürlich gab es während der Ortsführung noch viel mehr zu erzählen. All die Geschichten und Begebenheiten hier wiederzugeben, würde jedoch den Rahmen sprengen.
Wer Herrschinger Geschichte einmal auf unterhaltsame und ungewöhnliche Weise kennenlernen möchte, ist deshalb bei einer unserer nächsten Ortsführungen genau richtig. Weitere Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.
Organisatoren: Alex Tropschug / Robert Brack
Mitwirkende: Simone Saalmann / Robert Brack / Manfred Huber / Manfred Weber / Hanni Göppel












